Mercedes-Benz

Feste feiern.

30. Oktober 2019

Vier Bühnen, 111 Bands, mehr als 400.000 Besucher – seit seiner Premiere 1999 hat sich das Schlossgrabenfest Darmstadt zu einem der größten Open-Air-Festivals in Deutschland entwickelt. Die beiden Initiatoren Thiemo Gutfried und Frank Friedrich Grossmann stecken mit ihrem Team schon mitten in der Planung für die nächste Ausgabe.

Eine Idee, zwei Männer und jede Menge Begeisterung: Mehr braucht es offenbar nicht, um „Hessens größtes Innenstadtfestival“ auf die Beine zu stellen. Die Mischung aus zugkräftigen Stars, Newcomern und kulinarischen Köstlichkeiten kommt an beim Publikum. Fairerweise muss man dazusagen, dass das Schlossgrabenfest nicht aus dem Stand so viele Leute angelockt hat. Das Festival hat sich eher entwickelt wie ein guter Song: Takt für Takt, Jahr für Jahr.

Auch wenn das Fest seit dem Start vor 20 Jahren immer wieder um neue Facetten erweitert wurde, sind die Macher ihrer ursprünglichen Mission treu geblieben: Musikern aus der Region eine Bühne zu bieten und einen Platz zu schaffen, an dem man Freunde trifft. Wie sie das bewerkstelligt haben und was sie für nächstes Jahr planen, verrät Mitgründer Thiemo Gutfried im Interview.

Gut gebechert: Der Unterstützer-Becher ist Andenken und Eintritt zugleich. Zum größten Teil finanziert sich das Festival aber aus Standgebühren und Beiträgen lokaler Sponsoren wie Mercedes-Benz.

Herr Gutfried, haben Sie bei der Premiere 1999 damit gerechnet, dass das Schlossgrabenfest 20 Jahre später eines der größten Open-Air-Festivals in Deutschland ist?

Überhaupt nicht. Damals hatten mein Partner Frank Friedrich Grossmann und ich ja nicht mal die Absicht, das Fest zu wiederholen. Ursprünglich war das Schlossgrabenfest als einmalige Sache geplant.

Wie kam es überhaupt dazu? Sie hatten ja damals noch nicht einmal die Schule beendet.

Das stimmt. 1997, als die Idee zu einem Musikfestival entstand, war ich gerade mal 18, Schüler und schrieb in meiner Freizeit für das Stadtmagazin „Freax“. Frank Grossmann war auch nur zehn Jahre älter und jobbte in dem Musikclub Eledil, wo damals viele Bands hier aus der Region auftraten. Viele bedauerten, dass sie in Darmstadt keine Möglichkeit hatten, mal vor einem größeren Publikum aufzutreten. Es hatte keiner den Mut, Bands, die ihre eigene Musik machen, eine Plattform zu bieten.

Und dann haben Sie sich überlegt: Dann stellen wir doch einfach mal ein Festival auf die Beine.

Genau. Ganz so einfach war es in der Realität dann natürlich nicht. Bis es so weit war, vergingen noch fast zwei Jahre …

… bis zur Premiere 1999.

Das war ein unglaubliches Erlebnis: 2 Bühnen, 2,5 Tage, 50 Bands und 50.000 Besucher. Mit so einer gewaltigen Resonanz hatten wir niemals gerechnet. Es war einfach die richtige Zeit. Da war schnell klar, dass wir weitermachen müssen.

„Man muss ein Gespür für die Stars von morgen entwickeln.“

Thiemo Gutfried

Und die Schule?

Die habe ich nebenbei auch noch beendet. Während auf der Bühne die Bands auftraten, habe ich hinter den Kulissen für die mündliche Prüfung gelernt.

Seit der Premiere ist viel passiert.

Ja, im Jahr 2000 kamen schon 200.000 Besucher, 2004 waren es schon 400.000 und auf diesem Niveau haben sich die Besucherzahlen mittlerweile eingependelt.

Zu dem Erfolg tragen sicher auch zugkräftige Namen der Musikszene bei. Wie können Sie sich solche Stars eigentlich leisten?

Klar, mit den großen Festivals und den dort üblichen Gagen können wir nicht mithalten. Man muss sich das ein bisschen vorstellen wie bei Spielertransfers. Wir warten relativ lange ab und analysieren die Tourpläne der Musiker. Und wenn wir sehen, dass eine Gruppe gerade zum Zeitpunkt des Schlossgrabenfestes eine kleine Lücke im Tournee-Programm hat, machen wir unser Angebot. Oft sind die Bands dann auch bereit, für weniger Geld als üblich aufzutreten, damit sie wenigstens die Kosten für ihre Crew wieder reinbekommen. Denn die laufen ja weiter. Da gehören natürlich Verhandlungsgeschick und Erfahrung dazu. Und Gespür für die kommenden Stars. Manchmal hatten wir auch einfach Glück.

Das heißt, wer 2020 auftritt, können Sie noch nicht sagen?

Nein, das Programm geben wir erst am 1. Mai 2020 bekannt. Auf jeden Fall wird das Gros der Acts wieder aus Newcomern und Musikern aus der Region bestehen. Bands können sich übrigens noch bewerben. Es wird für jeden Musikgeschmack etwas dabei sein. Fest steht: Das Festival findet vom 28. bis 31. Mai statt. Neben vielen regionalen Bands aus dem Süden von Hessen wird es eine Neuauflage des Food Courts mit Spezialitäten aus aller Welt geben. Außerdem wollen wir unser Programm für Kinder erweitern. Neben der Kinderzeit wird es tagsüber ein Mini-Schlossgrabenfest geben. Meine Tochter freut sich schon darauf.

Und wann feiern Sie selbst?
Entspannen kann ich erst am Sonntag, wenn sich das Fest langsam dem Ende zuneigt. So ein riesiges Festival ist für den Veranstalter wie eine Großbaustelle im Zeitraffer. Aber ich möchte trotzdem nichts anderes machen. Es wird nie langweilig.

Thiemo Gutfried.

Geboren1979
GelerntStudium der Medienwirtschaft, Schwerpunkt Kultursponsoring
GegründetG&G Event-Marketing GmbH. Die Agentur mit zehn fest angestellten Mitarbeitern ist spezialisiert auf Live-Kommunikation in Form von Firmenfeiern, Tagungen, Konferenzen und Kongressen
GreenBeim Schlossgrabenfest wie bei den Events für Firmenkunden legt Gutfried Wert auf Nachhaltigkeit. Dafür hat seine Agentur ein eigenes Analyse-Tool entwickelt, um ein Event ökologisch und sozial nachhaltig zu planen. Aus diesem Grund hat sich Gutfried vor Kurzem einen Mercedes-Benz EQC gekauft, den ersten vollelektrischen Mercedes.

Das Schlossgrabenfest in Zahlen.

25.000

Quadratmeter groß ist das Festivalgelände im Herzen von Darmstadt.

400.000

Besucher und mehr pilgern jedes Jahr zum Schlossgrabenfest.

8

Euro kostet der Schlossgrabenfest-Becher.

81.200

Euro für den guten Zweck kamen seit 2012 bei der „Kinderzeit“ zusammen.

Stage Groove Festival GmbH

Erbacher Straße 91
64287 Darmstadt
E-Mail: info@stagegroovefestival.com

@ Björn Friedrich, © Jens Pussel